Zementstahl
Verfahren, Prozess, Technik
Durch Zementation gewonnene historische Stahlsorte. Hierzu wurden Eisenstäbe in einem Ofen unter Luftabschluss und mit Kohlepulver für längere Zeit zum Glühen gebracht.
Dieses Verfahren, welches auch «Aufkohlen» genannt wird, erhöhte den Kohlenstoffgehalt, war aber aufwendig und teuer. Ausserdem konnte man nur eine relativ geringe Menge Stahl in einem Brandvorgang erzeugen. Im 19. Jahrhundert verlor diese Technik dank der Verbreitung des Puddelverfahrens schnell an Bedeutung. In England war das Produkt bekannt als Blister Steel.
Die technologische Hürde in der wirtschaftlichen Erzeugung von Zementstahl lag beim Ofenbau. Der erste Zementationsofen in England stand in Coalbrookdale um 1620. Ab 1710 war der Hauptproduktionsort im Derwenttal im Nordosten des Landes. Um dieselbe Zeit waren bereits einige Zementationsöfen in Birmingham und Umgebung (West Midlands) sowie in Sheffield und Rotherham (South Yorkshire) in Betrieb.
Da abgesehen von einigen Hämatitvorkommen die Eisenerze in England (Ironstones) wegen ihres Phosphorgehalts für die Zementstahlproduktion ungeeignet waren, wurde Stabeisen aus dem Baskenland und aus Schweden (insb. das hochgradige Eisen von Dannemora) importiert. Um 1737 wurden in England etwa 1000 Tonnen Schwedisches Eisen in Zementstahl beziehungsweise Blister Steel umgewandelt.
Reisetagebuch 1814
Reisetagebuch 1825–1827
Reisetagebuch 1846
- Evans, Chris: Steel in Britain before and after Benjamin Huntsman: Manufacture and Consumption in the Eighteenth Century. In: L’acier En Europe Avant Bessemer, edited by Philippe Dillmann, Catherine Verna, and Liliane Hilaire-Pérez. Toulouse 2011. S. 285–298 (OpenEdition Book, Stand 28.9.2022).
- Fischer, Johann Conrad: Tagebücher. Bearbeitet von Karl Schib. Schaffhausen 1951.